Page 4 - FQP - Richtlinie für hydroaktive Pflaster- und Plattenflächen - Ausgabe 18. 06. 2021
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    Anwendungsbereich/Begriffsbestimmungen und Symbole

3.		Anwendungsbereich

       Diese Richtlinie gilt für die Herstellung von hydroaktiven Pflasterflächen aus Pflastersteinen und Pflasterplatten ­
       aus Beton und Naturstein, deren Bauteile die Versickerung oder zwischenzeitliche Aufnahme von Nieder­schlags­
       wasser trotz möglicher Verkehrsnutzung sicherstellen.
       Voraussetzung für die Anwendung dieser Richtlinie ist die ordnungsgemäße Herstellung der Pflaster- und Platten­
       flächen sowie der Randeinfassungen nach den einschlägigen Richtlinien und Normen als auch dem Stand der
       Technik. 

4.		 Begriffsbestimmungen und Symbole

       Es gelten die Begriffsbestimmungen und Symbole der ÖNORM B 2506-1 und ÖNORM B 2506-2. Ergänzend sind
       weitere in Verwendung befindliche Begriffsbestimmungen angeführt.
       Abflussbeiwert an: prozentueller Anteil des oberflächlich abfließenden Niederschlagswassers in Dezimalform.
       Durchlässigkeitsbeiwert kf: Geschwindigkeit in m/s, mit der auftretendes Wasser durch einen maximal gesättigten
       Oberbauteil fließt. 
       DTV: durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke.
       Entsiegelung: Beseitigung einer versiegelnden Bebauung oder Flächenbefestigung (beispielsweise einer Asphalt-
       befestigung) mit dem Ziel, die Bodenfunktionen zu verbessern und die Wasserdurchlässigkeit zu erhöhen.
       Erosion: Bezeichnung für das Ausspülen von Stützkorn. 
       Filterstabilität: Stabilität gegen Eindringen feiner Gesteinskörnungen in benachbarte, grobkörnige Schichten.
       Infiltrationsbeiwert ki: Geschwindigkeit in m/s, mit der senkrecht auf einen teilgesättigten Bauteil auftreffendes
       Wasser in diesen eindringt. 
       Kolmation: Bezeichnung für das schädliche Ablagern von Fein- oder Stützkorn in den Poren von Bauteilen. 
       Maßgeblicher Grundwasserstand: vom Planer oder von der Behörde festgelegter Grundwasserspiegel in Meter
       über Adria, meist höchster Jahresgrundwasserspiegel einer zusammenhängenden Reihe von Jahren oder durch
       theoretische Überlegungen und Berechnungen als höchstmöglicher Grundwasserstand ermittelter Wert. 
       Oberbau: statisch konstruktiver Aufbau einer Pflasterkonstruktion oberhalb des Unterbauplanums, bestehend aus
       mehreren Tragschichten und der Pflasterstein- oder Pflasterplattendecke.
       Retention: Rückhaltung und zeitliche Abflussverzögerung.
       Schwammstadt: Konzept, um anfallendes Regenwasser in Städten lokal aufzunehmen und zu speichern, anstatt es
       lediglich zu kanalisieren und abzuleiten. Dadurch sollen Überflutungen bei Starkregenereignissen vermieden, das
       Stadtklima verbessert und die Gesundheit von Stadtbäumen gefördert werden.
       Sickerfugen: Fugen zwischen Pflastersteinen und -platten mit kapillarbrechenden oder begrünbaren Fugen­
       füllungen. 
       Sickeröffnungen: Öffnungen in Pflastersteinen und -platten mit kapillarbrechenden oder begrünbaren Füll­
       materialien. 
       Versickerung: Eindringen von Wasser in durchlässige oder saugende Materialien oberhalb der Grundwasser­
       oberkante.
       Wasserdurchlässigkeit: Fähigkeit eines Bauteils, Wasser durch dessen Poren fließen zu lassen, Messgrößen sind ­
       der Durchlässigkeits- und Infiltrationsbeiwert.

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